Deutsches MarteMeo-Netzwerk

 

Obwohl die Zahl derjenigen Personen, die eine MarteMeo-Weiterbildung absolviert haben, kontinuierlich zunimmt, ist das gesamte deutsche Netzwerk noch vergleichsweise klein.

 

Die ersten Weiterbildungen in Deutschland wurden in Köln beim "Kölner Verein" durchgeführt. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Supervisorinnen und Supervisoren deutlich erhöht, die Weiterbildungen anbieten. Ebenso hat sich die Zahl der von Maria Aarts ernannten Licensed Supervisoren von ursprünglich drei deutlich ausgeweitet.


Während die anderen nationalen Netzwerke wie in Schweden oder Norwegen bereits sehr lange einen etablierten organisatorischen Rahmen bieten (Netzwerkzeitschrift, regelmäßige Konferenzen), wird der organisatorische Rahmen in Deutschland erst seit einigen Jahren entwickelt.

  

  

 

MarteMeo-Bewegung

 

Seit Herbst 2008 gibt es eine von Maria Aarts unterstützte Aktion mit den Namen "MarteMeo-Bewegung Deutschland", die sich zum Ziel gesetzt hat, Marte Meo in Deutschland noch bekannter zu machen. Dazu dienen unter anderem Regionalgruppen, die die Arbeit der mit MarteMeo arbeitenden Kolleginnen und Kollegen vernetzen wollen.

 

Weitere Information erhalten Sie unter "www.martemeo.com".

 

 

Werbung für MarteMeo-Angebote

 

Ein weiterer Schritt zum Ausbau eines Netzwerkes ist die Idee  dieser nationalen Internetplattform, die als Informationsforum angeboten wird.

 

Diese Homepage eröffnet allen eingetragenen MarteMeo-Mitgliedern  des Netzwerkes die Möglichkeit, über eigene Aktivitäten und Angebote zu informieren.

 

Eine Mitgliedschaft setzt eine zertifizierte Qualifikation in der MarteMeo-Methode voraus. 

 

 

 

MarteMeo in Malawi (Afrika)

 

Am 14. Mai 2012 fand im Rahmen eines „Vereinsabend“ des Kölner Vereins für

systemische Beratung e.V. eine spannende Veranstaltung statt, in der die Marte Meo-Therapeutin Ute Reichl, die in Erftstadt im Rahmen ihrer Tätigkeit als systemische Familienhelferin seit vielen Jahren mit der Videoberatung nach der Marte Meo-Methode arbeitet, über ein ehrenamtliches Engagement in Afrika berichtete und Filme zeigte.

 

In ihrer Freizeit unterstützt sie als Mitglied des Vereins „Kunyumba e.V.“ aus Köln die Unterhaltung einer Kindertagesstätte in Senga Bay  in Malawi (Afrika) für Waisen, Kinder mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen sowie sonstige Härtefälle.

 

 

Im Rahmen dieser ehrenamtlichen Arbeit war Ute Reichl im Jahr 2010 und 2011 zweimal in Malawi, um vor Ort den einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wertvolle Unterstützung anzubieten. Dabei drängte es sich ihr förmlich auf, in einem bestimmten Fall ohne längere Vorbereitung und mit einer geliehenen Kamera mit Marte Meo zu arbeiten.

Anhand von zwei anschaulichen Filmen, die im Abstand von ca. 14 Monaten von ihr aufgenommen wurden, konnte sie den anwesenden Kolleginnen und Kollegen an diesem Vereinsabend aufzeigen, welche Wirkungen Marte Meo auch in anderen Kulturkreisen entfalten kann. Gezeigt wurde die tägliche Pflege des ca. 10 Jahre alten, geistig behinderten Mtima (in der Landessprache chichewa: Herz), der in einer kleinen Plastikwanne von der älteren Pflegerin Kingless gebadet wird. Der erste Film zeigt eine sehr konzentrierte Pflegerin, die völlig wortlos aber gründlich Mtima so wäscht, als ob er ein Gegenstand sei. Auffallend an den Bildern war, dass der Junge dennoch sichtbar den Pflegeakt genoss. Mit vielen kleinen nonverbalen Initiativen versuchte er, Kontakt zu Kingless herzustellen, was aber von ihr nicht wahrgenommen wurde. So entging ihr auch das fragende Gesicht des Jungen, wenn sie schweigend eine neue Handlung (z.B. ihn aus der Wanne heben, um das Gesäß zu waschen) ausführen wollte. Mtima wusste nicht, was nun als nächstes folgen sollte und konnte nicht kooperieren, so dass es sichtbar auch für Kingless körperlich anstrengend war.

Im Anschluss an den ersten Film führte Ute Reichl mit Kingless und dem Leiter der Einrichtung ein Review durch, welches aber nicht aufgenommen werden konnte. Das Review fand in einer entspannten Atmosphäre statt und die einfachen, in Englisch gegebenen Marte Meo-Informationen vermittelt. Am nächsten Tag, als Kingless Ute Reichl wieder auf dem Gelände traf, überraschte sie diese mit einem freudig-erstaunten „It works! (Es wirkt!).

 

Was für Kingless passiert war, dokumentierte Ute Reichl bei ihrem nächsten Besuch 14 Monate später. In dem zweiten Film, der wieder die gleiche Badeszene am gleichen Ort zeigt, ist eine neue Qualität im Zusammensein von Kingless und Mtima zu sehen. Kingless spricht mit dem Jungen, sie nutzt den Blickkontakt, sie geht auf das Tempo von Mtima ein und beide teilen mit viel Lachen die schöne Situation, die Mtima jetzt sichtbar noch mehr genießt. Es sind viele Ansätze von Kooperation zu erkennen, die sicherlich durch ein verstärktes Benennen noch mehr ausgebaut werden können.

Die Gäste des Vereinsabends waren sehr beeindruckt über die sichtbare Entwicklung dieser nur kurzen Intervention mit Marte Meo. Ute Reichl wird noch in diesem Jahr wieder „ihre Einrichtung“ in Malawi besuchen und dann mit der eigenen Kamera ihre Marte Meo-Aktivitäten verstärken.

Wenn alles gut geht, können Interessierte vielleicht im Frühjahr 2016 in Köln einen weiteren Vereinsabend erleben, bei dem zu sehen und zu hören sein wird, wie MarteMeo auch in Afrika hilft, die Qualität der pädagogischen und pflegerischen Arbeit zu verbessern.

 

Weitere Informationen über „Kunyumba e.V.“ unter: www.kunyumba.org